Geschäftsstelle der Grünen wieder Opfer von Vandalismus – Kreisverband greift nachhaltig durch

Am vergangenen Wochenende wurden an der grünen Geschäftsstelle in Leipzig bereits zum zweiten Mal in diesem Jahr die große Schaufensterscheibe sowie der gerade erst erneuerte Rolladen vollständig zerstört.
Um der permanenten Bedrohung durch Vandalismus zu begegnen, finanzielle Belastungen der Mitglieder damit langfristig zu mindern und nicht zuletzt um hirnlos und unkontrolliert ausbrechende und vor allem einwirkende Gewalt in die geordneten Bahnen grenzenloser Nachhaltigkeit zu lenken, werden nun eine ganze Reihe bahn-, statt glasbrechender Maßnahmen getroffen:

  • Ersatz der Glasscheiben durch Maisstärke-Platten.
    Durch den Einsatz nachwachsender Rohstoffe wird eine ganze Menge endlicher Ressourcen eingespart. Zudem: Das Verletzungsrisiko sinkt erheblich und letztlich wird mit einer mutwilligen Zerstörung lediglich für einen interessanten Snack für überlange montägliche Vorstandssitzungen gesorgt. Denkbar hierbei wäre die Anreicherung der Platten durch natürliche bzw. organische Aromastoffe, sodass die üblichen Klagen der Vorstandsmitglieder über monotone Geschmacksbeilagen schon im Ansatz erstickt würden.
    Nicht verhehlt werden darf allerdings, dass die vorstandsübliche Transparenz durch den neuartigen Werkstoff optisch zu einer minderwertigeren Transluzenz verkümmern muss. Ein echter Rückschritt. Unbestätigten Quellen zufolge gibt es bei Vorstandssitzungen jedoch eher etwas zu hören, als zu sehen.
    Um dennoch wieder die alte, selten wertgeschätzte aber nichts desto trotz allumfassende Transparenz herzustellen, wird gerade die vollständige Kameraüberwachung – nebst Livestreaming – der Geschäftsstelle und aller ihrer Räume diskutiert. Für die Liveübertragung aus dem Sanitärbereich haben sich bereits gewerbliche Interessent_Innen angeboten.
  • Ersatz des Kunststoffrolladens durch Kletterpflanzen nebst Rankhilfen.
    Abermals mehrere Fliegen mit einer Klappe schlüge man mit einer extensiven Begrünung der Geschäftsstellen-Front. An erster Stelle zu nennen ist die akustisch dämmende Wirkung des Blattgrüns. Amerikanische Forscher, deren langfristige Arbeit schon bei den Chem-Trails zu unglaublichen Erkenntnissen führten, konnten beim Kontakt eines Ziegelsteins oder – wie unlängst – eines Verkehrsschildes mit dem Trägermedium Glas eine Pegelabsenkung um mehr als 20 Dezibel beobachten. Für Passanten und Anwohner_Innen, die solche Vandalismus-Attacken wie immer lediglich hören, aber niemals beobachten können, bedeutet dies eine echte Verbesserung der Lebensqualität. Gesicherte Zahlen für Maisstärke liegen leider noch nicht vor.
    Im übrigen böte das Blattwerk der begrünten Geschäftsstelle der heimischen Tierwelt, vor allem Zecken, Wanzen, Spinnen sowie anderem süßen Krabbelgetier, eine einzigartige Heimstätte. Unbestätigten Gerüchten zufolge wird auch die ausserhäusige Haltung der ansonsten eher weniger endemischen Boa Constrictor diskutiert. Die Bevollmächtigte der Geschäftsstelle für beißwerkzeugtragende Vierfüßer, angriffslustige Zweifüßer und völlig fußfreie Schleichwesen hätte vermutlich zwei Exemplare zur Verfügung. Grund zur Beunruhigung bestünde deshalb allerdings nicht: Das Tier hat Geschmack, verweigert also folgerichtig den Verzehr kleinerer Faschos bzw. vermeintlich linker Krawallknödel.
    Eine passende Pflanze ist auch schon gefunden: Wein. Den Nachteilen des mehrjährigen Stockaufbaus sowie der fehlenden Belaubung von November bis März steht die vielfältige Nutzbarkeit des Ernteguts entgegen – Bahn frei für eine (noch) schwungvollere Gestaltung der Vorstandssitzungen. Schließlich: Die Erörterung wirkungsvoller Maßnahmen gegen den Befall mit der berüchtigten Steinlaus wird maßgeblicher Gegenstand einer der nächsten Stadtparteitage.
  • Geschäftsstellenvandalismus als Event.
    Die vorgeschlagenen baulichen Maßnahmen sorgen mit Sicherheit dafür, dass alle negativen Folgen solcher Gewaltattacken auf die Geschäftsstelle letztlich zu positiven Impulsen für die Geschäftsstelle und die Vorstandsarbeit werden: Schwerter zu Pflugscharen – Glas zu Maisstärke – Kunststoff zu Wein.
    Ohne passende sozialemanzipatorische Begleitung laufen wir allerdings Gefahr, die – neben Thomas Middelhoff – geistig und moralisch schwächsten Glieder unserer Gesellschaft vollends unter den Horizont der Wahrnehmbarkeit zu drücken. Dem wollen wir als Vorstand aktiv entgegenwirken, ebenso wie der zwangsläufigen MHD-Problematik bei Maisstärkescheiben.
    Deshalb möchten wir alle Betroffenen von nun an ganz herzlich dazu einladen, die dunkelgraue Individualität und menschliche Kälte der Nacht zu verlassen, um an unserem jährlichen Event „EinKesseln Buntes“ teilzunehmen. Wir garantieren jeder Teilnehmerin und jedem Teilnehmer eine persönliche Pressemitteilung mit Bild und kunstfertig beigefügten Sonnenblumenschmuck – ausgehändigt auf Wunsch NACH der persönlichen Führung durchs örtliche Polizeirevier und mehrjährigem Gefängnisaufenthalt. Dazu gibt es eine handsignierte CD mit den Erfolgshits „Namenlos, durch die Nacht“ sowie „Ein Backstein, der Deinen Namen trägt“. 
Deprimierende Anonymität muss nicht sein – Mensch, da kann man doch was tun!

 

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In eigener Sache

„Das nächste Lied singe ich jetzt nicht. Ich singe gleich das übernächste“. So hat sich Fredl Fesl einmal gekonnt um eine unliebsame Erörterung der eigenen Motivation gedrückt.
Ich mache es ähnlich und stelle lediglich fest, dass meine Aktivität hier praktisch zeitgleich mit der Wahl zum Beisitzer im Vorstand der Leipziger Grünen eingeschlafen ist. Zum Stillstand kam. Ihren Verletzungen erlegen ist.
Nun: Kaum sind zwei Jahre rum und ich bin wieder geheilt. Auf mehr…

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Ich kapiere es einfach nicht!

Nur so, meine Gedanken zur Berichterstattung diese Woche:

Er, also DER STEUERZAHLER*, leistet sich:

– exklusive, kriegsähnliche Zustände am Hindukusch
– einen gewaltigen Euro-Rettungsschirm
eine zuzahlungsbefreite Atomenergiebranche, die sich weder an den Kosten noch an der Lösung einer dergestalt sicher unlösbaren (End-)Lagerungsproblematik beteiligen wird. Heute nicht und wohl auch nicht die nächsten 100.000 Jahre
Bankenrettungen im Abonnement
– eine augenscheinlich justiziable Parteienfinanzierung, und eine neue Partei, die augescheinlich auch gerne klagt
– Verfassungsschutz-Ämter auf allen Ebenen, wohl alle im Tal der Ahnungslosen

Und dann beschwert DER STEUERZAHLER* sich, die Energiewende, das Benzin, Kulturförderung oder die deutschen Sozialsysteme seien teuer. Geht´s noch?

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Witze zum Wochenende

Sorry Jürgen, ich brauche die Einleitung:

Was macht Der Frau morgends mit seinem Arsch? Sie schickt ihn in die Kanzlei, dreht sich nochmal rum und schläft weiter.

Was macht die Frau morgends mit ihrem Piraten? Sie gibt ihm Geld für die Milch und sagt: „Sprich nur, wenn Du gefragt wirst und was weißt, geh spielen und komm´ nicht so spät nachhause“.

Ich bin ja ganz begeistert darüber, dass es noch eine Partei gibt, die zumindest versucht, die Menschen an der Basis abzuholen und mitzunehmen. Aber so langsam wird es einfach Zeit, mehr als nur eine Attitüde zu zeigen.

 

 

 

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