Medien versauen

Das kennt ja wohl jeder: Irgendwie schnell über irgend einen Satz drübergehuscht, und was ganz anderes gelesen, als eigentlich da steht. Der weiße Neger Wumbaba, nur eben optisch, nicht akustisch.

Ich stelle mir dann immer die Frage, woher dieser kognitive Artefakt denn nun eigentlich kommt. Eine Antwort habe ich nur selten. Aber bei der Lektüre der Tasteninstrumente im Thomann-Online-Store, da kann ich es mir wirklich denken.
Dort steht – ganz deutlich und für mich dennoch einfach nicht wahrnehmbar – die Kategorie “Sakralorgeln”. Mein Hirn, wohl genährt durch die vielen kleinen und großen Skandale rund um die katholische Kirche und ihr Verhältnis zu den Menschen im Allgemeinen und Heranwachsenden im Speziellen, macht daraus automatisch “Sakralorgien”.

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beabsichtigt, bewusst, bezweckt, geplant, gewollt, intendiert, mutwillig, vorsätzlich. Nur damit das klar ist!!!

Nur ein kleines Zitat aus dem Radio, heute gehört, Radio PSR, gegen 11 Uhr, aus den Nachrichten (nur zur Erläuterung: die Nachrichten sind der Programmbestandteil, der redaktionell erstellt wird, der also nicht aus dem üblichen “hirnminimierter Moderator versucht spontan und witzig zu sein”-Brei besteht)

Feuer
[...; es geht um irgendein Brand, in irgendeinem Industriegebiet, in irgendeiner Stadt - diesen Part habe ich angesichts des Folgenden einfach vergessen]

“Die Polizei geht von Brandstiftung aus. Offensichtlich wurde das Feuer sogar absichtlich gelegt.”
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Mein Plädojée…, Blädoir…, Pletaujeh…, äääähh, mein Argument gegen für mehr Integration!

Ich bin der Meinung, dass die Debatte um Integrationsunwillige einfach noch nicht weit genug geht. Bisher völlig zu kurz gekommen sind Auswirkungen auf die gesprochene Sprache innerhalb dieser gesellschaftlichen Randgruppen. Nur ein paar Begrifflichkeiten:

• Systomisch
• Finanzieller Urin
• Snow Pun Fark
• Backblox
• Franz Grillpanzer
• Europäisches Markenamt für Alikente
• Eisenbahnostahliker
• Werteschätzung
• „Ich rufe Sie ins Gedächtnis“
• Praktizitieren
• Oponinieren
• Andersdenkenen
• Simone der Boir
• Beignung
• Zuströnung
• diktaktisch

Die Gesellschafts- und Sprachwissenschaftler vom Team der ndr-Sendung Extra 3 haben sich des Problems angenommen und eine Reihe von Sprachkursen veröffentlicht, um die verkrüppelten Deutsch-Kenntnisse von NPD-Landtagsabgeordneten etwas aufzuwerten. Einfach mal „Deutsch für Nazis“ bei Youtube suchen.

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Ackermann under friendly fire

„Deutsche-Bank-Chef sollte einfach mal den Mund halten“

“Ackermanns Äußerungen sind nicht nur gemeingefährlich, sie sind auch noch dreist”

Nein, diese Sätze sind nicht aus meiner Feder. Nein, das ist nicht der aktuelle Sprachgebrauch der Linken Studentengruppe Marburg, zumindest nicht wissentlich. Und noch mal nein, ich zitiere nicht aus der TAZ, sondern aus der Financial Times Deutschland, und habe damit mal wieder Angst, mich von einem liebgewonnenen Vorurteil lösen zu müssen.

Gar keine Frage, was die ftd.de in ihrem Leitartikel schreibt, spricht mir aus der Seele. Dass Ackermanns medienwirksame Selbstinszenierungen potenziell gefährlich sind – politisch von Anfang an, gesellschaftlich schon länger, nun eben auch noch finanzökonomisch – ist auch bei konservativen Medien keine wirkliche Neuerung mehr.

Die ftd.de geht mit ihrem Leitartikel aber wesentlich weiter. Was hier in Frage gestellt wird, ist nicht die Profession, sondern der Charakter Ackermanns, und das alles andere als unterschwellig. Nur noch eine kleine Verschärfung in der Wortwahl, und die Financial Times Deutschland ist bei Dieter Nuhrs „ „Wenn man keine Ahnung hat: Einfach mal Fresse halten.“ angekommen. Wenn man so will, ist es nur ein kleiner Schritt vom gefeierten Manager zum finanzökonomischen Vollproll unter Beschuss. Großartig.

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Genie und Wahnsinn…

… liegen dicht beieinander, sagt der Volksmund. Wie schwedische Wissenschaftler nun herausgefunden haben, hat der Volksmund nicht ganz unrecht, aber eben nur nicht ganz. Aufgepasst liebe Musiker, Grafiker und PR- bzw. Werbespezialisten.

Nicht das Genie ist nah am Wahnsinnigen, sondern vor allem der Kreative. Die Forscher am Karolinska Institutet in Stockholm konnten nun belegen, dass vor allem der Dopaminaustausch bei besonders kreativen und völlig gesunden Menschen weitgehend ähnlich verläuft, wie bei schizophrenen Patienten.

Jetzt könnte man natürlich eine empirische Bestandsaufnahme seiner gesammelten Bekanntschaften – sich selbst eingeschlossen – lostreten. Geschenkt. Die einzige Frage, die sich mir stellt, ist: Welche Eigenschaft ist nun Voraussetzung für die andere?

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