Nutzloseste Statistik des Monats: Dezember 2008

Nun habe ich mir schon bei drei Statistiken jeglichen Kommentar zur Finanzierungsfrage der Erhebung verkniffen. Nun schaffe ich es aber wirklich nicht mehr: WIE KANN IRGENDWER FÜR SO EINEN RIESENMIST GELD AUSGEBEN?

Die zweite für immer und ewig unbeantwortete Frage wird wohl bleiben, welchen praktischen Nutzen ich, wir, die Gesellschaft, die Einheit zwischen Himmel und Erde oder eben sonstwer aus den Ergebnissen dieser Befragung ziehen können soll.

Aber vielleicht sehe ich das ja wieder alles zu eng. Eventuell gibt es ja die Frau, die genau wissen will, dass sie nach der Verlängerung ihrer Haare, dem Anbringen falscher Wimpern, mit knalligem Lippenstift, viel künstlicher Bräune, dem Tragen von Jeans mit Po-Polster, langen Kunstfingernägeln, der Aufpolsterung der Oberweite und aufgespritzten Lippen endlich 459 Prozent aller Männer abschrecken kann.

Mein gesteigertes Erkenntnisinteresse an diesem Themenspektrum bleibt wieder völlig unbefriedigt. Das Setting der Befragung verhindert wirkungsvoll, dass ich etwas damit anfangen kann. Da nur “Männer ab 14 Jahren” befragt wurden, werde ich wohl nie erfahren, was Frauen von diesen Sanierungsstrategien ihrer Geschlechtsgenossinen halten.

  • del.icio.us
  • Facebook
  • Netvibes
  • RSS
  • email
  • Twitter

Nutzloseste Statistik des Monats: November 2008

Da wir sowieso schon wieder Dezember haben, und ich die Statistik für November nachreichen muss, mache ich es extrem kurz:

Jaja: seltener als nie ist natürlich wirklich nicht oft.

  • del.icio.us
  • Facebook
  • Netvibes
  • RSS
  • email
  • Twitter

Nutzloseste Statistik des Monats: Oktober 2008

Ich bin viel kleiner, nicht so kantig, spreche nur ca. 5 Prozent der Dialekte und bin entschieden leichter. Ein bisschen wenigstens. “Was faselt der denn da?”, mag man sich fragen. Eine der Headlines auf statista.org verlangt in großen Lettern: Vergleichen Sie sich mit Deutschland. Nun gut, habe ich getan. Jetzt kommen wir mal zum wesentlichen.

Nun wirds politisch, und zwar total. Eine Umfrage des Institutes für Demoskopie Allensbach beschäftigte sich im Mai diesen Jahres mit der Rolle des Staates.

“Sollen die Bürger möglichst viel eigenverantwortlich entscheiden und der Staat nur da eingreifen, wo die Bürger überfordert sind?”

Und mir ist schon wieder nach “mindestens bis 10 zählen”, dann nochmal tief durchatmen. Den Erklärbärmodus bekomme ich trotzdem nicht deaktiviert. Also:
Logisch und sprachlich erlaubt diese Frage nur drei verschiedene Antworten: JA – NEIN – MIR DOCH EGAL

Wie die Praxis immer wieder zeigt, gehört die Antwort bzw. Gegenfrage “Häh, was willst Du” auch noch dazu, aber das lassen wir mal großzügigerweise außen vor. Wie wir sehen finden Allensbach vier Gewichtungen. Schön die Antwortmöglichkeiten, aber leider passen Sie überhaupt nicht zu dieser Frage.

Wenn ich schon “Unentschieden” lese, muß ich schon einen gaaaaaanz laaaaangweiligen Samstagnachmittags-Kick denken. Und dann wäre da noch die Frage selbst: Ohne Präzisierung ist die Frage irrsinnig von der eigenen Präferenz abhängig. Was ist denn nun ein Eingriff des Staates? Ich bin mir sicher, dass die Perspektive eines Straßenjunkies sich massiv von der eines Finanzbeamten unterscheidet.

Schließlich bliebe noch mein Wunschtraum zu skizzieren, in welchem der Staat genau dort eingreift, wo ich selbst überfordert bin. Zugegeben, er hätte eine Menge zu tun: Bei meiner Steuererklärung, bei dem Versuch Vogtländisch zu verstehen, beim Versuch im Stadtverkehr weniger als 3 Liter Diesel auf 100km zu verbrauchen, beim Versuch 20 Kilo abzunehmen und beim Versuch, solchen Statistiken irgendetwas positives abzugewinnen.

“Komm, da muss man was machen!”

  • del.icio.us
  • Facebook
  • Netvibes
  • RSS
  • email
  • Twitter

Nutzloseste Statistik des Monats: Juli 2008

Irgendwie habe ich in den beiden Vorgängern darauf herumgeritten, dass das Geld bei mir besser angelegt wäre, als in den jeweiligen Erhebungen. Das lasse ich einfach mal weg…

Mein absoluter Favorit für den Boah-seid-Ihr-bescheuert-Award im Bereich Empirie/Evaluation in diesem Monat ist die folgende Erhebung:

Ignorieren wir mal die Tatsache, dass die Signifikanz des Ergebnisses in etwa vergleichbar ist, mit der Wahrscheinlichkeit der Lottovorhersage für die KW 37 im übernächsten Jahr – gewürfelt wäre nicht zwingen unpräziser.

Was ich mich bei dieser Erhebung fragen muss: Haben die Befrager – oder die Befragten – auch nur die geringste Vorstellung davon, wie buggy, sackegal, wurscht, schnuppe oder sonstwas Herrn Obama das Meinungsspektrum der Deutschen im Allgemeinen und der Partei-Affinen im Speziellen in Bezug zu seiner Präsidentschaft sein kann? Es gibt sicher geplatzte Reissäcke in China oder Walpupse im Atlantik, die das Schicksal Obamas stärker beeinflussen.

Aber vielleicht täusche ich mich ja, und er sitzt gerade im Adlon und verzweifelt an seinem Albtraum: “Oh Gott, nur die Hälfte aller FDP-Wähler in Germany unterstützt meine Kandidatur. Mein ganzer Kampf gegen Hillary war völlig umsonst, ich gebe auf!”

  • del.icio.us
  • Facebook
  • Netvibes
  • RSS
  • email
  • Twitter

Nutzloseste Statistik des Monats: Juni 2008

Billiges Wellenreiten auf den Top-Themen, genau das wollen wir einmal versuchen, dafür nicht nur mit einer, sondern gleich mit zwei Statistiken.
Die wichtigste Frage im Juni kann natürlich nur lauten: Wird Deutschland Europameister? Wie der Focus umgehend und direkt beantwortet, wird Deutschland mit 56% “NEIN” und 36% “JA” der neue Europameister sein.

Mal völlig abgesehen davon, dass die Fragestellung unsinnig ist, denn so gestellt können nur Auguren, Medien und zuverlässige Wahrsager befragt werden: Eine Umfrage des ZDF mit der richtigen Fragestellung, “Was GLAUBEN Sie…”, kommt zu einem wesentlich schlechteren Ergebnis.

Das kann natürlich nur bedeuten, dass das Wissen um unsere fußballerischen Qualitäten wesentlich stärker ausgeprägt ist, als der Glaube daran. Na Gott sei Dank.

  • del.icio.us
  • Facebook
  • Netvibes
  • RSS
  • email
  • Twitter