Während die Forschungsergebnisse des letzten zwei Jahrhunderte von einem komplexen Bild der Leistungsfähigkeit des humanen Gehirns ausgegangen sind, beweisen jüngste Beobachtungen, dass auch die miesesten chinesischen Uhrwerke komplizierter aufgebaut sind, dafür aber wesentlich zuverlässiger arbeiten, als die Denkstrukturen manch erfolgreicher Personen des öffentlichen Lebens.
Anders lassen sich die hintergründigen Kausalketten von Roland Koch, immer noch hessischer Ministerpräsident, in der Debatte um die Verschärfung des Jugendstrafrechts nicht erklären. Wahrlich ein prekärer Umstand, wenn sich der Horizont eines Politikers nicht wirklich verkleinert, wenn er einen Eimer auf den Kopf stülpt. Hier nur zwei kleine Beispiele, wie die Koch´sche mechanische Meinungsbildung funktioniert.
„Die Androhung härterer Strafen schreckt vor Straffälligkeit ab!“ Wie wir alle wissen, funktioniert das prima. Dies ist einer der Gründe dafür, dass in den Ländern mit der ultima ratio „Todesstrafe“ Gewaltstraftaten verschwindet selten geworden sind.
„Längere Strafen bewahren vor Rückfälligkeit“. Genau, denn Justizvollzugsanstalten bereiten mit ihrem Alltag ohne Gewalt, Drogen und Vergewaltigung wunderbar auf ein friedliches Miteinander nach verbüßter Strafe vor.
Das diese, nennen wir sie einmal digital Mechanik des Denkens nun in großem Maßstab zu beobachten ist, haben wir dem ersten Publikationsorgan von Herrn Koch, der Bild, zu verdanken. Mehrere Forschungsinstitute haben nun angekündigt, die Ergebnisse dieser Beobachtungen systematisch zu untersuchen. Nächstes Ziel in diesem Zusammenhang, so führende Wissenschaftler, sei die Beantwortung der Frage, warum in solchen Fällen simpelste Hirnfunktionen immer mit erhöhtem Mitteilungsbedürfnis einhergehen. Das Forschungsfeld wird dabei auf die große Zeit der ausgehenden ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erweitert, wo sich, da sind sich alle einig, erstaunlich analoge Denkmuster finden lassen.